Sütterlin – Samstag : Gotische Minuskel und gebrochene Schriften

27. Februar 2016 Buchtipps, Sütterlin 1
Sütterlin – Samstag : Gotische Minuskel und gebrochene Schriften

Liebe Leserinnen und Leser,

gleich vorweg: Wenn Sie diesen Blog aufmerksam lesen, wartet am Ende eine Überraschung auf Sie! Wir verlosen das Buch „Deutsche Schreibschrift“ – Kurrent und Sütterlin lesen lernen von Manfred Braun. Es ist ein künftiges Standardwerk, das Schritt für Schritt ins Thema einführt.

Sütterlinbuch

Um es zu gewinnen, stellen wir Ihnen am Ende der Reihe ein klitzekleines Rätsel. Wer es zuerst löst, erhält das Buch. Bleiben Sie also dran an der Reihe

 

von Almut Schäfer und der Sütterlinschreibstube Konstanz 

Schrift ist ein Kulturgut, das ebenso wie z. B. die Musik, die bildende Kunst, die Literatur oder die Philosophie eine geschichtliche Entwicklung durchlaufen hat.
In Europa entwickelten sich die nicht-kyrillischen Schriften aus der karolingischen Minuskel. Grundsätzlich unterscheidet man Rundschriften und Spitzschriften bzw. gebrochene Schriften. Für jede Schrift gibt es eine handschriftliche und eine Druck-Form. Im 13. Jahrhundert entstand in Anpassung an die Bauformen der Gotik aus der karolingischen Minuskel die gotische Minuskel, aus der die Spitz- bzw. gebrochenen Schriften entwickelt wurden (deutsche Kurrentschrift und Fraktur). Im 15. Jahrhundert entwickelten die Humanisten aus der karolingischen Minuskel die lateinische (Schreib-)schrift und Antiqua als Rundschrift.
Seit dem 16. Jahrhundert wurden für die deutsche Sprache die Spitzschriften verwendet. Da aber die gebildete Schicht auchZugang zu fremdsprachigen Schriftstücken haben und mit dem Ausland kommunizieren wollte, musste sie auch die Rundschrift beherrschen. Über mehrere Jahrhunderte war so die Zweischriftigkeit ein deutsches Spezifikum. So war es z. B. üblich, innerhalb der angewandten Spitzschrift (deutsche Kurrent oder Fraktur), fremdsprachige Ausdrücke oder Eigennamen in Rundschrift zu schreiben bzw. zu drucken, eine Eigenart, die auch noch in Sütterlin-Schriftstücken zu finden ist.
Noch zu erwähnen sind die zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert für amtliche Schriftstücke und Dokumente verwendeten vielfältigen Kanzleischriften, die nach und nach von der deutschen Kurrent abgelöst wurden.

 

Lesen Sie am nächsten Samstag weiter, wie die Sütterlinschrift aufgrund der Einführung der Schulpflicht in Preussen entstand.


1 Gedanke zu “Sütterlin – Samstag : Gotische Minuskel und gebrochene Schriften”

  • 1
    Grit am 1. März 2016 Antworten

    Liebe Katja,

    da konntest Du ja mit Almut Schäfer eine wahre Spezialistin für unseren Blog gewinnen. Ich freue mich darauf, an den folgenden Samstagen mehr von von ihr über Sütterlin zu lernen.
    Liebe Grüße
    Grit

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